Mit gutem Beispiel voran

Quelle: Westfälische Nachrichten
Autor: Alfred Riese
Veröffentlicht am: 26.06.2019

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Vor dem Infodisplay im Rathausfoyer, das die Daten der Brennstoffzelle im Keller anzeigt: Bürgermeister Wilfried Roos (links) und Hendrik Fedkte, Projektleiter bei der Energielenker Beratungs GmbH in Greven.

Brennstoffzelle im Rathaus-Keller spart Kohlendioxid und zukünftig Geld

Ein weiteres Modul für die Selbstversorgung, Energieeffizienz und Klimaschutz verrichtet jetzt seinen Dienst im Keller des Rathauses. Ein Bildschirm mit den aktuellen Werten im Foyer macht öffentlich sichtbar, was die Brennstoffzelle eine Etage tiefer tut.

Unter diesem Display versammelten sich am Dienstag Bürgermeister Wilfried Roos, Gebäudemanager Ludger Greiling, als Projektleiter der Energielenker Beratungs GmbH Hendrik Fedtke und Markus Hidding von der Firma Hidding Sanitär Heizung (HSH), der als örtlicher Handwerksbetrieb die Anlage installiert hat. Im Rahmen des vor rund zehn Jahre aufgestellten Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepts (IKKK) der Gemeinde habe diese Technik immer schon auf der Agenda gestanden, erklärte Roos.

 
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Recht unscheinbar sieht die Brennstoffzelle im Rathauskeller aus, die hier Markus Hidding (Firma HSH, links) und Gebäudemanager Ludger Greiling zeigen.

Einsparungen gibt es dabei in mehrfacher Hinsicht, wie Energielenker-Berater Fedtke erklärte. Die Anlage des deutschen Unternehmens BlueGen läuft ganzjährig durch. Aus Erdgas (oder später auch Biogas) und Luftsauerstoff macht die Brennstoffzelle in einer „kalten Verbrennung“ Strom und Wärme. Die Abgase der chemischen Reaktionen sind im Wesentlichen Wasserdampf und Kohlendioxid.

Einsparung Nummer eins: Kohlendioxid. Der Wirkungsgrad, also die Menge Energie, die aus dem Erdgas als Strom und als Nebenprodukt Wärme herausgeholt wird, liegt laut Berater Fedtke insgesamt bei bis zu 85 Prozent, nur für den Strom bei 60 Prozent. „Das Gas wird bestmöglich genutzt“, sagt er. Seine Vergleiche: Moderne Blockheizkraftwerke schaffen beim Strom 30 Prozent. Das BlueGen-Datenblatt weist für den deutschen Strommix einen Wirkungsgrad von 38 Prozent aus. Unter Strich soll die Brennstoffzelle demnach die Hälfte der Kohlendioxidemissionen einsparen. Seit dem offiziellen Betriebsstart am 1. April bis Dienstag stehen auf dem Zähler im Rathausfoyer 666 Kilogramm eingespartes CObei 2125 Betriebsstunden, 3107 erzeugten Kilowattstunden und einem sogar etwas höheren elektrischen Wirkungsgrad von 63,5 Prozent.

Einsparung Nummer zwei: Geld, aber erst später. 37 000 Euro hat die Anlage gekostet, nach Abzug von Zuschüssen blieben knapp 21 000 Euro Ausgaben für die Gemeindekasse. Das Rathaus braucht pro Jahr 44 000 Kilowattstunden Strom. 13 000 davon liefert die Brennstoffzelle, durchgängig als Grundlastabdeckung 1,5 Kilowatt. Und sie produziert ihn billiger, als er im Netz zu haben ist. 1200 Euro weniger Stromkosten jährlich erwartet Fedtke, wenn die Strompreise nicht noch steigen. Demnach hätte sich die Anlage in gut 17 Jahren finanziell bezahlt gemacht.

Wirtschaftlich ist die Kraft-Wärme-Kopplung im Rathaus ganz besonders, weil die konstanten 500 Watt Wärmeleistung durchgehend für das Trockenhalten der Außenmauern sinnvoll verwendet werden, erklärte Gebäudemanager Greiling – „ideale Einsatzbedingungen“. Nach knapp drei Monaten Betrieb ist er sehr zufrieden mit der neuen Technik. Heizungsbauer Markus Hidding spricht von einem „Pilotprojekt in meinem Ort Saerbeck“. Bürgermeister Roos erklärte, die Gemeine wolle „ein Beispiel sein auch für private Hausbesitzer“.

 

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