25 Jahre „Ära Wilfried Roos“

Quelle: Westfälische Nachrichten
Autor: Alfred Riese
Veröffentlicht am: 08.03.2019

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Eine markante Zahl: 1997 Saerbecker wurden seit 1994 geboren, dem Jahr, in dem Wilfried Roos seinen Dienst zunächst als Gemeindedirektor, später als Bürgermeister antrat. „Diese Bürger kennen keinen anderen Chef im Rathaus“, stellte Florian Bücker, ehrenamtlicher Bürgermeister, am Mittwoch während der Feierstunde zum Dienstjubiläum fest.

Welche Entwicklung der Ort in diesen 25 Jahren genommen hat, dokumentierte ein Präsent: zwei Luftaufnahmen des Orts mit dem Vierteljahrhundert Abstand. Für das aktuelle Foto brauchte es einen anderen Maßstab, damit das ganze, größere Dorf darauf passt.

Der Großteil der Rathaus-Mitarbeiterschaft, ehemalige und aktuelle Ratsmitglieder, Vertreter von Saerbecker Einrichtungen und langjährige Wegbegleiter hörten im Bürgersaal zu, als Florian Bücker einordnete: „Bei Wilfrieds Dienstantritt war ich noch in der Grundschule.“ Schon damals habe Saerbeck seinen eigenen Weg beschritten und als katholisch und von der CDU dominierte Kommune einen evangelischen und parteilosen Rathaus-Chef gewählt. „Es hat bis heute wohl niemand diese Entscheidung bereut“, meinte Bücker. Unter dem Motto „wachse oder weiche“ sei Saerbeck von 5300 Einwohner im Jahr 1994 auf jetzt knapp 7200 angewachsen und habe auch dadurch seine kommunale Selbstständigkeit bewahrt.

Im Zuge der Kommunalreform 1999 ging Wilfried Roos nicht mit Mitte 40 in Pension, was

möglich gewesen wäre, sondern wurde mit 84,1 Prozent in das neue Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters gewählt – und dreimal wiedergewählt. „Der Rückblick auf das Wirken von Wilfried ist auch ein Blick in die jüngere Geschichte Saerbecks“, stellte Bücker fest: Partnerschaft mit Ferrieres, Ansiedlung Grünes Zentrum, Bürgerbus, Regionale und den Ausbau der Gemeindeverwaltung zu einem „Konzern“ mit Immobilien, Versorgungs- und Windrad-Tochterunternehmen. Der Wirtschaftsförderung a la Roos seien 2256 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zu verdanken. Auch dass die Sach- statt der Parteipolitik im Rat hochgehalten werde, sei mit ein Verdienst des Jubilars.

Auf „die Ära Wilfried Roos“ blickte dessen Allgemeiner Stellvertreter im Rathaus, Andreas Fischer, zurück. Er kennt Roos bereits länger, aus Zeiten beim Bauamt im Lengerich. Die Liste der Projekte in 25 Jahren Amtszeit, die Fischer aufzählte, war lang: vom Bau des Seniorenzentrums über neue Bau- und Gewerbegebiete und die Erweiterung beider Schulen bis zum Neubau des Rathauses und des Falke-Treffs. Verkehr, Versorgung, überall sei es vorwärts gegangen. Und nach 25 Jahren stehe auch der Haushalt „blendend“ da. „Wir sind froh, dass wir bei der Gemeinde Saerbeck unter deiner Führung arbeiten dürfen“, erklärte Fischer im Namen der Mitarbeiterschaft und überreichte einen Kerzenhalter aus Eiche als Präsent – „dauerhaft, stetig, hält sturm aus, das trifft auf dich zu“.

Wegen Krankheit beim ersten geplanten Termin für die Feierstunde fiel diese nun exakt auf den zehnten Jahrestag des Wettbewerbssiegs, der Saerbeck zur NRW-Klimakommune der Zukunft machte. Über den Bioenergiepark mit seinen technischen und Forschungseinrichtungen als wichtigstem Einzelprojekt und „Chefsache“ hinaus, habe Wilfried Roos ganz wesentlich die „Klimakommune mit dem Wir-Gefühl“ geprägt. Mit seinen Schachspieler-Qualitäten habe Wilfried Roos dafür gesorgt, dass die Gemeinde Chef im Bioenergiepark bleibt, als eine von ganz wenigen in NRW selbst in die Energieerzeugung mit einem eigenen Windrad einsteigt und dass Bürger, in „ihre“ Klimakommune investieren können.

„Ich bin baff“, bekannte Bürgermeister Wilfried Roos nach anderthalb Stunden Lobreden anlässlich seines silbernen Dienstjubiläums als Rathaus-Chef in Saerbeck - im Verwaltungsdeutsch: Hauptverwaltungsbeamter. Gelöst und gut gelaunt schien er hinter dem Rednerpult zu schweben. „Möge Gott euch verzeihen, dass ihr übertrieben habt. Ich habe mich trotzdem gefreut“, scherzte er. Seine erste Amtshandlung nach den Dankesworten an ihn: Den Dank zurückgeben und verteilen.

„Das alles ist während meiner Amtszeit gemacht worden, gehabt habt ihr das“, sagte er in die große Runde von Gemeindemitarbeitern und Politikern. „Jeder hat sein Rädchen gedreht, und das große Rad Saerbeck hat sich bewegt.“ Es gebe wohl nirgendwo im Kreis Steinfurt ein Rathaus, in dem so gut zusammengearbeitet werde, um das Beste für die Bürger zu erreichen, war sich Wilfried Roos sicher. Das sei „eine sensationelle Zusammenarbeit auch mit Ehrenamtlichen, dem Bauhof, den Schulleitungen und vielen weiteren“.

Bescheiden verwies Wilfried Roos auf „viele Unterstützer“ und nannte sich selbst „den, der das Glück hatte, mit der Nase im Wind zu stehen“. Ausdrücklich dankte Roos seiner Frau Ilona.

„Die Bewerbung in Saerbeck war meine wichtigste Lebensentscheidung. Es hat mir viel Spaß gemacht, hier Gemeindedirektor und Bürgermeister zu sein“, erklärte Wilfried Roos. Er sei froh, das Amt noch etwas weiter zu führen. Zur Kommunalwahl 2020 stellte er fest: „Nächstes Jahr ist Schluss, ich werde nicht wieder kandidieren, das ist sicher.“ Wohl nicht wegen dieser Aussage schallte dem Jubilar lang anhaltender Applaus entgegen.

 

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