Jugendzentrum JuZe im eingeschränkten Corona-Betrieb wieder offen

Das Jugendzentrum JuZe an der Industriestraße 1 hat seit Montag, 22. Juni, wieder geöffnet. Die Zeit der Corona-bedingten Schließung seit Mitte März ist vorbei. „Super“, sagt Niklas, einer der ersten Besucher zwischen Kicker und Sofa: „Endlich wieder nette Leute treffen, die Neuigkeiten mitbekommen und was Leckeres essen.“

Die Türen sind für Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 21 Jahren offen von Montag bis Donnerstag, jeweils von 16 bis 20 Uhr. Allerdings gilt für den Schutz vor Infektionen die aktuelle Corona-Schutzverordnung und ein Hygieneplan. Das bedeutet einen eingeschränkten Betrieb mit verringerter Besucherzahl. Für die Stammbesucherin Elsa ist das schade, aber schon viel besser als in den vergangenen drei Monaten: „Ich habe die Leute hier echt vermisst“, sagt sie. 

Die Gemeinde Saerbeck als Träger des JuZe hat sich für möglichst einfache Regeln entschieden. Eine Maskenpflicht und Abstandsgebote gibt es im Haus nicht. Im Gegenzug dürfen sich pro Tag nur zehn verschiedene Personen im Haus aufhalten. Weil die Zwei vom pädagogischen Personal dazu zählen, können pro Tag acht verschiedene Kinder oder Jugendliche rein (und dürfen zwischendurch auch mal raus). In offizieller Sprache ist das dann eine „Bezugsgruppe“. Genau das, was Jannis fehlte, als das JuZe zu war. „Ich habe zuhause viel geschlafen“, erzählt er aus dem Corona-Lockdown. „Ich wäre gerne ins JuZe gegangen“, sagt er – und schiebt mit einem Lachsmiley im Gesicht hinterher: „auch wenn Gaby manchmal nervt“. Gemeint ist Gabriele Grothaus-Schreiber, die Leiterin des JuZe. Jetzt kann sich Jannis wieder von ihr nerven lassen und findet´s gut, auch wenn er noch nicht wieder so viel Gesellschaft dabei hat wie vor Corona.

„Die Beschränkung der Personenzahl ist nicht toll“, weiß Guido Attermeier. Er ist im Rathaus für das JuZe zuständig. „Aber so ist es einfacher, die Hygieneregeln einzuhalten“, erklärt er. Mehr Menschen gleichzeitig im Haus hieße: Maskenpflicht und 1,5 Meter Abstand. „Dann wird es sehr schwierig mit Kicker, Billard oder Sofa“, befürchtet Guido Attermeier. Würde die tägliche Öffnungszeit aufgeteilt in zweimal zwei Stunden, wäre eine Zwischenreinigung fällig, die auf die Zeit geht. Mit der gewählten Regelung reiche eine Reinigung abends.

Die Kellerräume und das Trampolin müssen wegen der Hygiene gesperrt bleiben. In die Küche darf nur das Personal. Das hat allerdings aus Besuchersicht auch Vorteile. So kann sich Conner das frisch gemachte Sandwich jetzt bringen lassen. In normalen Zeiten hätte eine solche Bestellung auch in einem Praxiskurs „gesundes Essen selbst zubereiten“ enden können, eine Spezialität des JuZe. Conner ist aber nicht nur wegen des Sandwich-Service hier. „Wegen Corona hat man sich viel weniger mit Freunden getroffen“, erzählt er. „Ich war viel drinnen und habe gezockt.“ Der Lichtblick während des Lockdowns: Conner hat zusammen mit seinem Vater ordentlich geschraubt und einen alten Astra in Schuss gebracht. Dass dafür Zeit war, ist wohl eine der wenigen positiven Auswirkungen des Virus.

Das JuZe geht jetzt unter Corona-Bedingungen in eine Testphase. Das pädagogische Team will sehen, wie viele Kinder und Jugendliche kommen und wie hoch nach der Schließung der Bedarf ist. Am Montag war die Höchstzahl von zehn Namen auf der Kontaktdatenliste um kurz vor sechs Uhr erreicht.

Jetzt schon ist klar: In den Sommerferien bleibt das JuZe ohne Unterbrechung geöffnet, kündigt Gabriele Grothaus-Schreiber an. Was auch klar ist: Auf Hygiene achten bleibt auch im JuZe Pflicht.
 

Kontakt zum JuZe-Team: Tel. 02574/ 887640, E-Mail juze@saerbeck.de und ganz frisch auf Instagram: juzesaerbeck.
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 16 bis 20 Uhr.

 

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