Entlassfeier der MKG für die „Alltagshelden des zehnten Jahrgangs“

Sie haben ihre Zeugnisse – und sie kamen nicht formlos mit der Post. Die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG)) hat am Samstag 115 Schülerinnen und Schüler des zehnten Jahrgangs so festlich und würdig verabschiedet, wie es unter Corona-Bedingungen möglich war. Die kostenfrei zur Verfügung gestellte Festhalle Hövel bot Platz für zwei Durchgänge mit je zwei Klassen inklusive Eltern. Verkürzte Reden, ein reduziertes Musikprogramm, Masken in der Warteschlange und Abstand zwischen den Sitzplätzen zollten dem Infektionsschutz Tribut. Feierlich war es trotzdem – nicht nur wegen der Abendkleider am Vormittag. Ein vielköpfiges Organisationsteam aus Lehrern, Schülern und Eltern hatte sich alle Mühe gegeben, das Beste herauszuholen.

„Es war auf jeden Fall eine schöne Zeit“, stellte das Sprecher-Duo des Klassen 10a und 10b im Rückblick auf sechs Jahre an der MKG fest. „Wir haben viel gelernt und uns als Personen weiterentwickelt - hoffentlich sehen das hier alle so“, sagten Grazia Mercorella und Maximilian Riese mit einem Augenzwinkern. Von einem winzig kleinen Virus wollten sie sich das große Finale nicht kaputtmachen lassen. Der Schlussspurt in der Schule und die Abschlussfeier in Corona-Zeiten „werden uns auf jeden Fall in Erinnerung bleiben“, meinten sie. Das Motto des Abschluss-Jahrgangs „All eyez on us“ münzten sie bei der Danksagung an die vielen Beteiligten ihrer Schullaufbahn in ein „all eyes on you“ (Alle Blicke auf euch) um.

Das lachende und das weinende Auge beim Blick auf den Schulabschluss ihrer Kinder machten als Elternsprecher Sabine Mercorella und Alfred Riese zum Thema. Im „ebenso fördernden wir fordernden Raum der Schule“ als „zweiter Familie“ hätten sich die kleinen Fünftklässler in sechs Jahren als Menschen entwickelt und seien immer selbstständiger und unabhängiger geworden, auch von ihren Eltern. Sie riefen auf, die nun offenstehenden Wege „mit Verantwortung und Moral“ zu gehen, aber dabei nach nicht weniger als den Sternen zu greifen. Die Elternvertreter kündigten an, dass aus Restgeldern ein Treuhandkonto gefüllt wird, um die Abschussparty nachzuholen, sobald dies möglich ist.

„Neugierig, kritisch, konstruktiv, durchaus auch rebellierend“, so beschrieb Maarten Willenbrink den Jahrgang. „Ihr geht in die Chronik der Schule ein, weil ihr im Wechsel von Distanz- und Präsenzunterricht in Corona-Zeiten ins Ziel gekommen seid“, rief der kommissarische Schulleiter den Schülerinnen und Schüler – auf Abstand – zu und ließ die Zeitleiste der Corona-Krise Revue passieren bis in die „neue Schulwirklichkeit“.

Anneli Prinz, Leiterin der Jahrgangsabteilung acht bis zehn, bezweifelte in ihrer letzten Abschlussrede vor der Pensionierung, dass die jetzt noch bejubelten Alltagshelden der Corona-Krise wirklich lange im Gedächtnis bleiben. Sie stellte deshalb die vielen „Alltagshelden des zehnten Jahrgangs“ in den Mittelpunkt, die halfen, „für euch und für uns einen würdigen Abschluss zu gestalten, als es an allen Ecken und Ecken brannte“. Ihr selbst wurde von Maarten Willenbrink für „unermüdlichen Einsatz“ gedankt.

Den Segen zum Schulabschluss beschrieben Pfarrer Andreas Schröder (evangelische Gemeinde) und Pastoralreferent Werner Heckmann (St. Georg) als „das Quäntchen Glück, das nicht verfügbar ist – und das auch auf Abstand wirkt.

Neben den Zeugnissen erhielten die Schülerinnen und Schüler „Wundertüten“ mit der Abschlusszeitung. Samen zum Wachsen lassen, einem Grundgesetz und einer Maske mit dem Abschluss-Logo.

Durch das Programm führten für die 10a und 10b Jonathan Kuck und Lisa Kister, für die 10c und 10d Fabienne Broughton. Die Musik hinter bunten Plexiglas-Scheiben lieferten Mitglieder der Musikklasse 10d unter Leitung von Ludger Beermann. Florian Bücker als stellvertretender Bürgermeister nahm an den zwei Feiern teil. Er verzichtete aber wegen der begrenzten Zeit auf ein Grußwort der Gemeinde.

 

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